Inmitten all dieser Kunst

Kunstgalerie Guttenberger Schultz Teseguite Lanzarote

Kunstgalerie Guttenberger Schultz Teseguite Lanzarote

Cuidanda la galeria de arte
Lanzarote. Esto es la galeria de Annliese y Stefan. Anneliese es pintora. Stefan es ceramista. Ellos están de vacaciones en Alemania. Yo estoy cuidando la galeria y el taller en Lanzarote mientras.

Lo siento no hablo mucho espanol.Estoy estudiando. ¿Habla Usted aleman, frances o ingles?

Für alle, die wie ich eigentich kein spanisch sprechen: Es hat mich wieder nach Lanzrote verschlagen – und diesmal gleich für sechs Wochen. Ich habe die Ehre und Verantwortung die Kunstgalerie eines befreundeten Ehepaares zu „hüten“ während diese in den Alpen wandern.

Die Galerie ist wochentags von 11-17 Uhr geöffnet. Ich lebe in und im Rhythmus der Galerie. Inmitten all dieser Kunst.

zwischenrufer /11.08.2011

Reif für die Insel (2)

Ulrikes erstes Geburtstagsfest auf Lanzarote. Glückwunsch!

Ulrikes erstes Geburtstagsfest auf Lanzarote. Glückwunsch!

Künftig glaube ich nur noch die Hälfte – zumindest wenn insulierende Residenten das Wetter preisen:  „Pack die Badehose ein“ lockte es noch vergangene Woche per Skype ins kalte Deutschland. Tatsächlich jedoch stürmt es seit meiner Landung. Heute Nacht stürzte (gefühlt) die Hälfte des Jahresgesamtniederschlages  waagerecht auf die Welt und um unsere in den Bergen gelegene Einsiedelei (siehe www.strosche-lanzarote.de) stürmte es als läge sie am Fuße des Matterhorn.

Bei 17 Grad ist an Baden nicht zu denken, Einheimische wie Migranten tragen dicke Socken und Pullover – und belustigen sich unverhohlen über uns T-Shirt-Touristen. Wenden wir uns mit Grausen ab – und den geselligen, lukullischen und tendenziell bacchantischen Genüssen dieser Insel zu.

Am Sonntag feierte Ulrike (Foto) in Guatiza ihren Geburtstag (den 29.) und zugleich Einstand auf Lanzarote. Nach kaum sechs Monaten ist sie endgültig angekommen auf dieser herrlichen Insel. Die Ankündigung „am Mittwoch kommt der Container“ veranlasste den einen oder anderen Anwesenden, einen lustigen Schwank aus der Zeit seines Ankommens zum Besten zu geben. Denn offensichtlich ist noch nie ein Container vereinbarungsgemäß  oder auch nur pünktlich im Hafen von Arrecife angekommen. Doch was soll´s? Kommt er heute nicht, kommt er bestimmt morgen. Willkommen auf den Kanaren!

Protestplakat in Haria/ Lanzarote: „LA CUEVA y LOS JAMEOS SON DE HARIA“

Protestplakat in Haria/ Lanzarote: „LA CUEVA y LOS JAMEOS SON DE HARIA“

Im Norden der Insel entdeckte ich gelbe, offensichtlich den AIDS-Schleifen nachempfundene Schleifchen-Aufkleber an hiesigen Autos. Auch am Rathaus in Haria ein riesiges Protestplakat: „LA CUEVA y LOS JAMEOS SON DE HARIA“. Der vom lokalen Gemeindeamt „angezettelte“ Protest gilt der Inselregierung, die der Gemeinde Haria den ihr zustehenden Anteil an den Einnahmen der  (auf Gemeindeland liegenden) „Cueva de los verdes“ und den „Jameos del Aqua“ vorenthalten will. Man streitet um immerhin rund 15 Mio. Euro, für eine kleine Gemeinde wie Haria gewiss eine stattliche Summe. Wer allerdings auf die Idee kam, ausgerechnet ein umgefärbtes AIDS-Schleifchen zum Symbol  des Protestes zu machen ist noch nicht raus (bzw. mein Spanisch ist einfach zu schlecht).

–  Fortsetzung folgt –

Reif für die Insel (1)

Auch ich mag weiße Weihnachten.  In Nordhessen allerdings liegt Weihnachten nicht selten im ersten Drittel einer monatelangen Schmuddelwetterperiode.  Viel zu selten legt sich der Schnee gnädig über die dreckigen Gassen Kassels. In diesem Jahr – Geschenkeschlacht hin oder her – habe ich mich erstmals für Weihnachten auf der Insel entschieden.  Eine persönliche Flucht nach vorn sozusagen.

Schneechaos in Deutschland: Eine Maschine der Airberlin kurz vor dem Start in Nürnberg.

Schneechaos in Deutschland: Eine Maschine der Airberlin kurz vor dem Start in Nürnberg.

Meine Reise begann im Schneesturm, morgens um halb Drei.  Seit dem Vortag wütete Tief „Petra“  und stürzte Nordrhein-Westfalen ins Schneechaos. Doch anders als im letzten Winter gelang es der Straßenmeisterei diesmal, die A44 fahrbar zu halten. Und anders als im April, als die Aschewolke des isländische Vulkan Eyjafjallajökull  Flüge gen Süden verunmöglichten, konnte diesmal von Paderborn  aus gestartet werden. Zumindest nach einer aufwändigen Enteisung der Maschine, was schon der Geräusche wegen den Passagieren ein gerüttelt Maß an Zuversicht abverlangte. Drei Stunden Wartezeit (und Verspätung) in Nürnberg und eine erneute Enteisung später hob der Flieger dann ab. Der Flug selbst verlief unspektakulär, im Landeanflug über Lanzarote wurden wir wegen ungewöhnlich heftigem Südwind noch einmal ordentlich durchgeschüttelt.

Der Rest des Tages verlief unspektakulär, mal abgesehen von einer (im nachhinein) witzigen Kollision mit Renate Schmidt (bis 2005 bundesdeutsche Familienministerin) am Rande einer Vernissage in Yaiza: Auf meine (zugegeben ziemlich dämliche) Frage „Entschuldigung, kenne ich Sie aus Kassel?“ sprang sie mir fast ins Gesicht. Erkenntnisfortschritt eins: Promis im Urlaub nicht von der Seite anquatschen. 😉

Gestern, Samstag und Tag zwei dieses Urlaubs, ging es zum Auftakt auf den beliebten Markt von Haria. Alles fast schon wie gewohnt:  Freunde und Bekannte treffen, quatschen, Cafe con leche, kleinere Einkäufe. Nur für die leckeren Tapas in der Sociedad blieb diesmal kene Zeit.

Bergsteigen auf Lanzarote: Im Vordergrund der bekannte lanzarotinische Alpinist Stefan Schultz, im Hintergrund Haria, die Stadt der tausend Palmen.

Danach mein „erster Berg“. Naja, 520 Meter sind für jemanden, der am Fuß des Schwarzwaldes aufgewachsen ist eigentlich kein Berg. Für einen übergewichtigen Büro- und Stadtmenschen hingegen schon. Sei’s drum, wenn oben auf dem Gipfel ein Gipfelkreuz steht, ist es ein Berg. Zum Beweis: ein Gipfelfoto. Im Vordergrund der bekannte lanzarotinische Alpinist Stefan Schultz, im Hintergrund Haria, die Stadt der tausend Palmen. Sogar die Pilze (ja, im Dezember, ja, auf Lanzarote), die wir dort oben fanden waren essbar. Sonst gäbe es diesen Text ja nicht. Ein phantastisches Erlebnis.

–    Fortsetzung folgt  –